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URL:
http://rechtsinformatik.jura.uni-sb.de
/ejustice/lexecute/

Laufzeit:
Seit 2004

Gefördert von:
Universität des Saarlandes

ejustice

Sie befinden sich im Archiv der abgeschlossenen Projekte.
Eine Liste der laufenden Projekte finden Sie hier.


eJustice - Towards a global security and visibility framework for Justice in Europe

Kurzbeschreibung

eJustice ist ein Integriertes Projekt im 6. Forschungsrahmenprogramm der Europäischen Kommission. Insgesamt 16 Partner - darunter das österreichische Bundeskanzleramt, das deutsche Bundesverfassungsgericht, SAP France und UNISYS Belgien - arbeiten darin an einer europaweiten digitalen Infrastruktur für alle Bereiche der Justiz. In eJustice sollen innovative elektronische Lösungen für die europäische Justiz eingeführt werden, die höchsten Anforderungen an die Sicherheit genügen und gleichzeitig die Rechte der europäischen Bürger wahren. Im Zuge dieser auf den Sicherheitsaspekt ausgerichteten technologischen Entwicklung soll den Bürgern elektronischen Zugang zu juristischen Verfahren und Informationen ermöglicht werden.

Für eJustice konnte ein hervorragend qualifiziertes europäisches Konsortium gewonnen werden, das die Wertschöpfungskette vom mittelständischen Unternehmen bis zum Verfassungsorgan in sechs Ländern der Europäischen Union repräsentiert. Besonders die deutschen Partner des Konsortiums machen dies deutlich: Neben den Unternehmen ZN Vision Technologies AG und SAP AG gehören das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz GmbH als wirtschaftsnahe Forschungseinrichtung, das Max-Planck-Institut für Informatik sowie das Institut für Rechtsinformatik der Universität des Saarlandes zum Konsortium. Auf der Anwenderseite nimmt die Generalstaatsanwaltschaft Zweibrücken an eJustice teil. Besonders freut uns, dass sich das Bundesverfassungsgericht als oberstes deutsches Gericht - mit einer entsprechenden Aussenwirkung - bereit erklärt hat, hochsichere elektronische Verbindungen zu testen.

Auf dem Gebiet der Justiz gibt es einerseits einen großen Nachholbedarf bei der Verwendung neuer Technologien. Andererseits stellt aber gerade dieser Bereich besonders hohe, durch gesetzliche Regelungen festgelegte Anforderungen an Sicherheit und Authentifikation. Der durch eJustice zu erreichende Fortschritt liegt also in der Kombination aus der Entwicklung von ID-Smartcard-Technologie, die höchsten Sicherheitsansprüchen genügt, mit spezifischen Anforderungen der Justiz. Die Entwicklung sicherer, interoperabler und nutzerfreundlicher Komponenten für die Justiz stellt eine herausragende Innovation dar, die Europas Justiz den Anforderungen des 21. Jahrtausends gerecht werden lässt.

In dem Projekt wird eine nahtlose Umgebung entwickelt, die

  • ID-Smartcards zur Authentifizierung von Personen verwendet,
  • diesen Authentifizierungsprozess mit der elektronischen Signatur von Einzelpersonen in verschiedenen bereits vorhandenen PKI (Public Key Infrastructure) verbindet, und zwar in der Form, in der sie in mehreren Ländern genehmigt wurden,
  • die elektronische Signatur einer Person mit ihren Zugangsrechten zu digitalen Daten verbindet,
  • die Workflow-Repräsentation eines Gerichtsverfahrens mit den Rechten einer Person verbindet.

Das Institut für Rechtsinformatik der Universität des Saarlandes leitet innerhalb des Konsortiums ein Arbeitspaket, das sich unter anderem mit der Abbildung von Workflows in transnationalen Gerichtsverfahren, mit der Erprobung einer aufgewerteten Digitalen Signatur-Karte sowie mit der Überarbeitung eines bereits existierenden, vom europäischen justiziellen Netzwerk entwickelten, elektronischen Systems zur Abwicklung von strafrechtlichen Rechtshilfeverfahren (COMPENDIUM) befasst.